(64 ) Letzter Flug nach Tempelhof

Der erste Verkehrsflughafen der Welt, eingeweiht am 8.10.1923, den der große Architekt Norman Foster als die Mutter aller Flughäfen bezeichnet hat, der welthistorische Bedeutung erlangte, da hier mit der Luftbrücke in der Zeit von Juni 1948 bis Mai 1949 die Freiheit Westberlins gerettet wurde,

der so zentral in der Weltstadt Berlin gelegen ist, dass Fluggäste nach der Landung in Minuten direkt in der City sind, wurde am 30.10.2008 geschlossen –
eine unglaubliche Entscheidung, die auch nicht besser dadurch wird, dass sie zweifelsfrei demokratisch legitimiert ist.

Eine Entscheidung, da bin ich sicher, die man mehrheitlich in Berlin in der Zukunft bedauern wird: anderenorts beneidete man Berlin um diesen Platz!
Die Reisezeit von dem in der Zukunft (die Zeit nach Tegel..) einzigen Flughafen Berlins, Schönefeld, in die City wird inclusive der „ Systemzeit „ sicher über 80 Minuten betragen und damit länger sein, als die Flugzeit von innerdeutschen Plätzen in die Hauptstadt Deutschlands, undenkbar in anderen Hauptstädten Europas….
Einen letzten nostalgischen Flug konnte ich am 7.Mai 2008 mit einer Cessna machen und ich wurde vor dem Rückflug gebeten, einen gewissen Herrn Wowereit mitzunehmen und unterwegs abzuwerfen – das habe ich nicht versucht und es bleibt auch die Tatsache, dass in dem Volksbegehren im Oktober 2007 zwar 60,2 % der Stimmberechtigten für den Erhalt waren, aber es stimmt auch, dass die Wahlbeteiligung zu gering war: eine formal korrekte Beerdigung….

Dieser Herr Wowereit riet anlässlich der Schließung, in die Zukunft zu blicken; ok, tun wir das: es ist eine Zukunft ohne allgemeine Luftfahrt in der deutschen Hauptstadt! Aber in jede Zukunft gehört auch das Erinnern an die Vergangenheit und hier doch wohl besonders – was wäre Berlin ohne diesen Flughafen…


das war’s dann mit der allgemein Luftfahrt in Deutschlands Hauptstadt..
..und ein Nachtrag: nachzulesen in der Braunschweiger Zeitung vom 8.11.08 unter bezug auf den Buchautor Helmut Trunz:(“Tempelhof”) ”... die ungenutzte Fläche kommt Berlin teurer zu stehen als im Betrieb. Das kostet die Stadt eine Million Euro monatlich…”und Trunz weist daraufhin, daß es keine vernünftige Nachnutzung gibt, daß Tempelhof seinen Sinn verliert, es ist ein Fossil…
Martin Aßmann, 2008-11-01 17:31