( 103 ) ..politisches Unwetter über dem Strom, den die Sonne uns schenkt

Man muss nicht Wetterexperte sein, um zu erkennen,
dass ( politische ) Unwetter aufziehen :

Zitat WELT ONLINE 19.9.2009 : „Der Verbraucher finanziert die große Solarblase„

Zitat Wirtschaftswoche 21.9.2009: „Ende der Schonzeit“

Zitat FAZ.NET 23.5.2010: „Die Geschichte einer Fehlentwicklung“

Ein Jahrzehnt lang als Erfolgsmodell gelobt, wird die Energie aus der Sonne,

– die Photovoltaik – jetzt verteufelt.

Und da prügeln Verfechter und Gegner sofort auf einander ein und suchen sich ihre geeignet

erscheinenden Zahlen zurecht! Beispiele gewünscht?

Spiegel 20/2010
(im Zusammenhang mit der Diskussion um das Projekt DESERTEC),
(s. page 83 in diesem homebook), für das die nicht fassbare und gegenwärtig nicht kontrollierbare Summe von 400 Mrd Euro genannt wird, nennt es ein Problem für dieses Projekt, dass
„zuviel Fördergeld in eine andere Richtung (Photovoltaik) fließt“
– wird da ein Elefant von einer Mücke gestört ?

Oder ist es keine Mücke? Der Spiegel spricht von 100 Mrd, die von den Stromkunden in den kommenden 20 Jahren erbracht werden müssen
– das wäre denn 5 Mrd / anno;
Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung spricht von 50 Mrd in den nächsten 25 Jahren.( zum Vergleich : derzeitige Subvention für Steinkohle beträgt 2,2 Mrd / anno …)

Zitat Spiegel : „hätte man das Geld in Desertec gesteckt, würde man ein Vielfaches an Strom zu deutlich geringeren Preisen erzeugen“..
Zitat Solarförderungsverein ( 19.6.2009) : „…. Mit dem EEG ging es also erheblich billiger und auch schneller ( im Vergleich mit DESERTEC )

Diese ganze verbale Prügelei geht am Thema vorbei und die Wirtschaftswoche bringt es auf den Punkt: Zitat:

„erstmals ist die Sonnenenergie vom Dach so billig wie Strom vom Elektrizitätswerk“

Und das ist tatsächlich die Erfolgsgeschichte:

Die Starthilfe sollte nie eine Dauersubvention sein sondern eine Anschubsubvention,
und das ist maßgeblich daraus entstanden :

Es brauchte einige Jahre, bis erkannt wurde, wie sinnvoll das ist,
(und auch, unbestritten, was für eine lohnende Investition das ist ), aber es löste auch einen rapiden und erwünschten Preissturz aus

Zitat aus Wirtschaftswoche: „ … die magische Grenze ist erreicht : Studien belegen: wenn die Solaranlagen zwischen 2400 und 2600 Euro pro Kilowatt kosten, ist der Sonnenstrom aus der privaten Fotovoltaikanlage im Durchschnitt nicht mehr teurer als die Energie aus dem Netz der großen Stromversorger“

Die Netzparität oder auch grid parity wäre erreicht!
Nochmals Zitat Wirtschaftswoche :
„…ist der Strom vom Dach für den Kunden nicht mehr teurer als der Netzstrom, finanzieren sich ihre Solaranlagen sozusagen von selbst – ganz ohne Subvention,

In diesem homebook habe ich im dem Beitrag 37 vom 16.9.2007 – vor fast drei Jahren also – zum Weg zur grid parity geschrieben:

Auf die in dem genannten Beitrag dargestellte Graphik verweise ich und auf die Schlussfolgerung :

.. die grid parity wird zwischen 2011 und 2016 eintreten…

.. und genauso kommt es jetzt.

Martin Aßmann, 2010-05-24 16:30