( 111 ) Laßt uns zum Mars fliegen

Überraschende Einladung von der Konrad Adenauer Stiftung zu einer Podiumsdiskussion nach Braunschweig in das Haus der Wissenschaft am 15.Oktober 2010

Überraschend, aber lohnend !
Der Bremer Mathematiker Heinz-Otto Pleitgen, der Braunschweiger Physiker Joachim Block und der Raumfahrer Ulf Merbold diskutierten über diese Vision.
Man scheute sich nicht, Helmuth Schmidt zu zitieren:

„ wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen „

Aber dennoch wird über Visionen nachgedacht und dabei wurden Vergleiche angesprochen, die nachdenklich machen :

Kennedy am 25.5.1961 : „ich glaube, dass dieses Land sich dem Ziel widmen sollte, noch vor dem Ende dieses Jahrzehnts einen Menschen auf dem Mond landen zu lassen und ihn wieder sicher zur Erde zurückzubringen. Kein einziges Weltraumprojekt wird in dieser Zeitspanne die Menschheit mehr beeindrucken oder wichtiger für die Erforschung des entfernteren Weltraumes und keines wird so schwierig oder kostspielig zu erreichen sein“
Es wurde Tatsache am 20.7.1969 trotz des schrecklichen Rückschlages im
Apollo – Programm, als am 27.1.1967 drei Astronauten ihr Leben verloren.
Heute alles schwer vorstellbar : Zitat Pleitgen : „ wir haben eine wissenschaftliche Planwirtschaft – da hat es technischer Fortschritt schwer“
Bei jeder Forschung wird nach dem Nutzen, der gesellschaftlichen Relevanz und nach den Risiken gefragt und Block beklagt den Verlust der Horizonte: zu viel Bedenkenträgerei auf unserem schönen Erdball…

Man sucht den Beweis auf Leben im Universum.
Merbold sagt einerseits, der Roboter ist ganz gewiss die bessere Option und für den Menschen sei es langweilig, alle halbe Stunde das Thermometer abzulesen, aber auch : der Mars wird zum Bestandteil des menschlichen Wissens erst dann, wenn der Mensch dort war.
Und Pleitgen erinnert an Risiken wissenschaftlicher Erfahrungen: wie viele Menschen sind verstorben in der Entwicklungsphase der Röntgenstrahlen, wie vielen Menschen ist durch diese medizinische Entwicklung geholfen worden:
Wagnis und Chance, Hoffen und Wagen, Forschen und Erleben…..

Es war schon bemerkenswert, solche Diskussion zu erleben in einer Zeit der Bedenken gegen Alles : man ist wieder einmal gegen Straßen, gegen Bahnhöfe, gegen Flugplätze, man ist gegen Windkraft und gegen Hochspannungsleitungen, man ist gegen Sonne aus der Sahara und man ist gegen die so notwendige Erkundung von Entsorgungsmöglichkeiten radioaktiven Abfalls,
man ist mal wieder gegen Alles …

Wir brauchen sachliche Diskussion zwischen dem Heute und dem Morgen …..

Martin Aßmann, 2010-10-25 10:33