(113 ) ATOM, Hermann Scheer, GORLEBEN

Vor diesen „Notizen zur Zeit „ muss man innehalten:
was für ein Verlust für diese Welt, daß Hermann Scheer,
dieser bewundernswerte Mensch, schon im Alter von 66 Jahren am 15.Oktober 2010 verstorben ist – was für ein Verlust für die Menschen dieser Welt!

Er hatte gerade noch sein letztes Buch dieser Welt überlassen:

Und in diesem Buch wird er treffend vorgestellt :

Ein faszinierendes Buch – darüber wird noch mehr zu berichten sein.

Aktuell zunächst eine Randnotiz:
Scheer , der uns im Mai 2004 im Technologiezentrum besucht hatte, erinnert,
( S.34 ff) : Zitat : „ Alle Sorgen, dass sich die Energieversorgung …. auf endliche fossile Energievorkommen eingelassen hatte, wurden in den 50iger Jahren durch die
Atomenergie zerstreut. Diese wurde als saubere und tendenziell spottbillige Alternative zu der versiegenden fossilen Energie gepriesen“.
Die logische Konsequenz :
“als 1957 das Atomgesetz vom Deutschen Bundestag beschlossen wurde,
eben das Gesetz, das die friedliche Nutzung der Atomenergie zum Inhalt hatte,
gab es nur eine einzige Gegenstimme: der Professor der Naturwissenschaften
Karl Bechert ( SPD ) warnte vor den unlösbaren Gefahren der Atomenergie und stieß lt Scheer selbst in seiner eignen Partei auf taube Ohren, sein Widerspruch wurde als Ärgernis empfunden !
Der deutsche Bundestag hatte in jener Legislaturperiode 497 Mitglieder
( SPD 169, FDP 41, CDU/CSU 270, DP 17) , und nur ein Abgeordneter stimmte gegen die friedliche Nutzung der Atomenergie !!
Das Problem des strahlenden Abfalls wurde als Kernproblem nicht oder erst später in seiner Tragweite erkannt.
Das muss man einfach in Erinnerung rufen und dann jene Gegner der Nutzung dieser Energie fragen, ob es verantwortungsvoll ist, in so massiver Form gegen die Erforschung der Endlagerung zu operieren. (siehe vorherigen Beitrag 112 ) .
Es ist verantwortungslos ll!
Der Einstieg in diese friedliche Form der Nutzung der Atomenergie war Konsens,
geschah im Einvernehmen praktisch aller Mitglieder des Deutschen Bundestages, und nun will ein großer Teil der politischen Verantwortungsträger die Konsequenz nicht tragen!
Die Gesellschaft hat es vor 53 Jahren so gewollt und nun ist es gemeinsame Aufgabe dieser Gesellschaft, nach Lösungen zu suchen und solche Ergebnisse gemeinsam zu tragen!
Hermann Scheer ( S.31 ff ) verweist auf Wilhelm Ostwald ( Nobelpreis für Chemie 1909 ! ), der in seinem Buch „ Der energetische Imperativ “ darauf hingewiesen hat, dass die unverhoffte Erbschaft der fossilen Brennmaterialien dazu verführt; die Grundsätze einer dauerhaften Wirtschaft vorläufig aus den Augen zu verlieren und in den Tag hinein zu leben. Der kategorische Imperativ des Philosophen Immanuel Kant war ein Sittengesetz, der energetische Imperativ ist ein Naturgesetz und ein Naturgesetz lässt keine Wahl.
Hermann Scheer verwendet den Begriff „ Energieverbrennungswirtschaft“

auch an Prometheus erinnernd : die Büchse der Pandora war eröffnet

Martin Aßmann, 2010-12-10 14:53