( 167 ) Schicksalsnachbarschaft Polen – Deutschland

TEIL I……. ERLEBT UND ERFAHREN

1945 : Kindersoldat , Volkssturmausbildungslager und dann die große Flucht
(in die Bomben im Westen) und das jugendliche NICHTVERSTEHEN

1957 : Erste Möglichkeit genutzt : „ Kehr ich einst zur Heimat wieder“.. und wirklich als erster neue Kontakte mit Landsleuten, die nicht flüchten konnten und Kontakte mit polnischen Menschen, die ihrerseits vertrieben waren und unsicher Quartier in nicht zerstörten Häusern suchten…
Und später wurden viele Ehen oder Partnerschaften geschlossen zwischen Menschen deutscher und polnischer Nationalität.
Und es war Hilfestellung nötig aus dem Westen wegen der Not im Osten,
der dank Wirtschaftswunder und Marschallplan schneller gesundete…

1970 : Die „ Spätaussiedler „ kommen und hier in Braunschweig halfen Menschen seit 1971 in Helferkreisen und 1976 gründeten wir den „ Förderkreis zur Unterstützung der Spätaussiedler“ und hier wurde von Hunderten von Helfern Tausenden Neubürgern intensiv und lange kontinuierlich geholfen

Nachbarn aus Polen und Deutschland wurden Freunde und auf dieser Grundlage konnten politische Querschläger, die es auch gab, leicht verkraftet werden.

Was denn für Querschläge ? O – Ton Jürgen Trittin zu dem Förderkreis :
purer Rassismus „!
Purer Unfug und ich habe ihm persönlich sagen können :
„Wir kannten die Not im Osten und wir haben geholfen ohne ein einziges Mal nach einem Pass zu fragen, verbunden mit der Anregung, einen Förderkreis zur Unterstützung der Immigranten aller Länder zu gründen – da war Funkstille im Lager der Kritiker

Zur politischen Diskussion, die ja begleitend immer geführt wurde, ein Blick in politische Literatur:


Umschlagtext zu August Scholtis : Reise nach Polen ( Biederstein 1962)

Zu der Liquidierung solcher Feindschaften gehört das Erkennen von Wahrheiten :

Und eine Wahrheit ist : was hat dieses Land und seine Menschen erleiden müssen zwischen Russland und Deutschland, zwischen Stalin und Hitler, zwischen Katyn und dem Warschauer Aufstand, und wie hat es dennoch den unbändigen individuellen Freiheitswillen bewahrt, der zu

führte und diese Bewegung war sicher ein wesentlicher Grundstein für die
Montags – Demos in der alten DDR bis zum Zusammenbruch der Mauer und zu unserer friedlichen Wiedervereinigung.

TEIL II ……. GEMEINSAM FÜR DIE ZUKUNFT BAUEN :

Im Beitrag 22 vom 29.8.2006 in diesem homebook –
„Geschichte aus dem Leben, eine ganz persönliche Impression“
hatte ich berichtet von einem Gespräch , das ich anlässlich des Baubeginns einer Tankstation, an der ASSMANN POLSKA maßgeblich beteiligt war, mit dem Bürgermeister meines Heimatstädtchens Schönlanke / Trczianka im Herbst 2005 führen konnte :
der Bürgermeister sagte :

„ Sie und ich werden Brückenbauer sein und wir bauen eine Brücke von Deutschland nach Polen „ :

Ja, es sind viele Brücken entstanden und aus jahrhunderte langer Feindschaft ist Zusammenarbeit und auch Freundschaft geworden…. – was für ein glückliches Schicksal.

Ich werde daran erinnert während einer Reise, die ich mit Bruder und Schwester
( Summe der Lebensalter 243 Jahre !) gerade erlebt habe! (April 2013) :

Erstens eine bedrückende Realität :

Das Bootshaus unserer Oberrealschule, an dem schönen Zaskersee gelegen,
war in der Nachkriegszeit zerstört und mit Freude konnte vor Jahren festgestellt werden, daß der Bau eines neuen Bootshauses begann;
man baute lange daran, es ist nie fertig geworden, es wird nicht mehr gebaut ,
und nun sieht das so aus :

Wie kommt das ? Warum gibt es viele solcher Beispiele bei unseren polnischen Freunden und Nachbarn ?

Ich habe mich informiert und man sagt mir :
Hier war die Stadt als „Bauherr“ aktiv , hatte offenbar ein falsches Kostenbudget.
Das Geld reichte nicht und die Verwaltung, die das bauen sollte, resignierte offenbar.

Die totale Veränderung aller im Sozialismus erlernten und erfahrenen Gewohnheiten war für Verwaltungen mit ihren schwerfälligen und manchmal deprimierenden
Arbeitsweisen auch in der alten DDR ein Problem und hier hat es offenkundig
in die Sackgasse geführt.

Man komme nicht zu dem falschen gedanklichen Ergebnis, dass unsere Kollegen vom Bau das nicht besser können : UNFUG , sie können hervorragend planen und bauen ! Man sehe sich beispielhaft den frühen Wiederaufbau von Danzig an und die Kunst polnischer Restaurateure ist auch hier bekannt und gefragt

Und in der vorigen Woche (Mai 2013) bin ich im Bahnhof POZNAN angekommen um das Büro ASSMANN POLSKA zu besuchen und um Gespräche über Photovoltaik in Polen zu führen.
Ich wurde überrascht : diesen Neubau des Bahnhofes POZNAN kannte ich noch nicht , im 4.Quartal dieses Jahres wird er fertig :

…eine großartige Leistung von Planung und Bau !

Ich schweige, wenn ich ein nie fertig gewordenes Bootshaus sehe und bemühe
mich lieber, wie mit dem Bürgermeister 2005 besprochen, an einer Zusammenarbeit mit Ingenieuren und Architekten aus Deutschland und Polen mit zu wirken –
meine Nachfolger – Partner in der ASSMANN – Gruppe haben es wohl geschafft , wie ein Blick in die homepage der Gruppe (www.assmann.info ) zeigt :

Die lange Zusammenarbeit mit dem Geschäftsführer Grzegorz Ratajzyk und seinen Mitarbeitern/innen beweist den Erfolg:

Ach ja , Strom aus der Sonne ? Es gibt genug Sonne und es gibt genug Dachflächen, aber es gibt kein EEG!
Also Strom für den eigenen Verbrauch und ob das geht,
kann man in einer kurzen „ Machbarkeitsformel „ testen.
Die wesentlichen Parameter sind die vor Ort gültigen Stromkosten
( K,st in (umgerechnet) ct / kWh ) und die Baukosten neuer Anlagen
( umgerechnet EURO / kWp ) und ( natürlich ) die Zinsen der notwendigen Kredite –
was für ein großes Arbeitspotential für junge Menschen und natürlich für die Umwelt !

Gemeinsame Arbeit der jetzt befreundeten Nachbarn Deutschland und Polen im
freien und friedlichen Europa – diese Zukunft hat begonnen!
“Der Stein der Weisen zur notwendigen Liquidierung tausendjähriger Feindschaft” …..

Martin Aßmann, 2013-05-29 10:40