( 168 ) Nur eine schlechte Nachricht ist eine gute Nachricht

Man hat es nicht leicht im Journalismus :
Es gibt 1. die schlechte Nachricht, die Leser neugierig macht,
und es gibt 2. die falsche Nachricht, die falsche Eindrücke vermittelt.

1. hier ein Beispiel zur „ schlechten“ Nachricht :

Im Beitrag 166 vom 22.5 hatte ich berichtet vom Problem der Degradation

und ich hatte auf den klaren Unterschied hingewiesen von minderwertigen Qualitäten aus dem Jahr 2002, die jetzt eine indiskutabele Minderung der Leistungsfähigkeit von 3,6 % / anno aufweisen,
und späteren Produkten aus den Jahre 2005 und folgende, bei denen eine Degradation von ca 0,6 % / anno festzustellen ist .

Gleichzeitig wurden Fachgespräche mit Fachkollegen oder auch Versicherungen geführt:
eine solch krasse Minderung , wie bei dem Technologiezentrum Delmenhorst war nirgendwo aufgetreten.
Ein Bestätigung meiner Vermutung: Kinderkrankheiten , Lehrgeld !

Und nun kann man lesen in der ZEIT vom 2.5.2013 :
Zitat : „Dass Solarzellen reparaturbedürftig sind , ist nicht die Ausnahme sondern die Regel. „…. Im Jahr 2007 platzten für die ersten Solarkleinunternehmer die Illusionen. Ihre Anlagen, die wenige Jahre alt waren, warfen nicht einmal genug ab, um die Kredite zu bedienen.“ Zitate Ende.

Ach nein : es kommt noch schlimmer. Zitat : „ Würde man all die dünnen Glasplatten hintereinanderlegen, die bei Adler ( Europas größter Prüfbetrieb für Solarzelle) getestet worden sind , ergäbe sich … ein Band, das von Köln nach Palermo reicht „
Na,toll, aber schnell nachzurechnen :
2300 km, ca 625 Module / km, ca 200 W / Modul , ca 125 kW / km
ergibt ca 288 MW oder 0,29 GW .
In Deutschland wurde im Jahr 2012 7,6 GW errichtet .
Die Menge der fragwürdigen und zu testenden Module waren also ca 3,6 % der gebauten Anlagen – von Köln nach Palermo!
alles eine blöde Zahlenspielerei, ich weiß es, aber es zeigt sich doch :
Vorsicht vor solchen Nachrichten, die zwangsläufig zu Verunsicherungen führen
– sie entsprechen nicht der gebauten Wirklichkeit .

Hier ein verkleinerte Darstellung des Mittelwertes anderer Anlagen ohne die „ kranke „ Anlage auf dem Technologiezentrum – sie wird „ operiert“ werden.
(genauere Darstellung siehe Beitrag 166 )

2. : die falsche Nachricht
hier ein ( älteres, aber doch symptomatisches ) Beispiel, die Feinstaubbelastung betreffend :

Da schreibt ein Chefredakteur einen Leitartikel unter der Überschrift FATA MORGANA

….“ Der Feinstaub aus Hausbrand ist eine tausendfach größere Feinstaubquelle als der Verkehr „

Und ich antworte : „ das ist nachweisbar unrichtig. Aus der ständigen Dokumentation der Feinstaubbelastungen aus Verkehr einerseits und „normaler Belastung“ andererseits in Braunschweig ( internet ) und Delmenhorst ( eigene Meßstation) ergibt sich eindeutig : der Verkehr ist es!
Ausnahmen gibt es an sehr kalten Tagen, wo viele Bürger wieder mit Ofen und Kamin heizen, aber das sind vielleicht 20 Tage im Jahr und nach dem Immissionsschutzgesetz darf ein Wert von 50 mikrogramm / cbm an nicht mehr als 30 Tagen im Jahr überschritten werden – im vorigen Jahr hatten wir Überschreitungen an 17 Tagen. Alles hier dokumentiert und nachweisbar

Natürlich : ein Journalist schreibt über viele Probleme unseres Alltags und es ist schlicht unmöglich, dass er sich überall im Detail auskennt, aber er hat auch eine Verantwortung – ein Leitartikel oder auch ein Fachartikel in der ZEIT unter der Überschrift ..“gebrochene Versprechen“.. wird viel gelesen – da ist doch mehr RECHERCHE notwendig und wenn die nicht möglich ist , gibt es immer noch die Möglichkeit : „ Schreiben ist Silber , Schweigen ist Gold
– wie wäre es denn damit ??

Martin Aßmann, 2013-06-05 12:11