( 178 ) STROM : „Haie und kleine Fische“

Ein Betreiber ( kleiner Fisch ) will auf einer von einer Gemeinde gemieteten Dachfläche seine PV Anlage betreiben…

Der erzeugte Strom soll wird mit „Zweirichtungszählern“ gemessen werden
und über einen gemeinsamen Netzanschluss

a) in das Netz gespeist
b) zur Eigennutzung der Gemeinde zur Verfügung gestellt werden …

Technisch klar und nicht mehr ungewöhnlich, was die Eigennutzung betrifft
In dem Technologiezentrum Delmenhorst wird Einspeisung in das Netz und in das eigene Haus seit etwa 14 Monaten praktiziert – es ist in dem Beitrag 141 vom
18.5.2012 in diesem homebook beschrieben
Auszug :

Also : keine Probleme zwischen Anlagenbetreiber / Eigentümer und dem Versorger
( hier EWE )

Und nun, ganz aktuell (August 2013), entdeckt der Versorger (nicht EWE, aber Hai )
abenteuerliche Probleme: (1)

Es gibt zwei Netzanschlussnehmer:

a) der Anlagenbetreiber und
b) die Gemeinde als Hauseigentümer
( klassische Eigennutzung, vom Gesetzgeber gewollt )
Jetzt ist der Netzbetreiber besorgt: ( Zitat aus seinem Schreiben ) :

(rot : eigener Kommentar)
Da verschlägt es einem die Sprache :

In einer unsinnigen Konstruktion ( eine Kommune oder Gemeinde kann
nach den Spielregeln unseres Landes nicht zahlungsunfähig werden ),
wird die Möglichkeit konstruiert, einen Gesetzverstoß zu begehen durch nicht diskriminierungsfreies Handeln und gleichzeitig diskriminiert man!
Wie kommentiert ein Jurist diesen Vorgang ?
Zitat : „ Das von Ihnen geschilderte Vorgehen reiht sich ein in eine Vielzahl von Argumentationsmuster der Netzbetreiber, die regelmäßig versuchen, die Ihnen obliegenden Pflichten nach dem EEG zum unverzüglichen Netzanschluss und Netzausbau zu entgehen. Die Netzbetreiber entwickeln hier….eine besondere Kreativität…..Grundsätzlich schließen weder das EEG noch das EnWG die Nutzung des Anschlusses zur Einspeisung und Bezug aus. Insbesondere im Hinblick auf sogenannte Kleinanlagen ( 30 KW ) ist es sogar der gesetzlich vorgesehene Regelfall, dass zur Einspeisung und zum Bezug derselbe Anschluss genutzt wird. „

Klärung vor dem Kadi ? Vielen Dank , wie lange dauert denn so etwas und wie viel Nerven werden verschlissen – mehr als die produzierte Energie !

Eine gute Energiepolitik ist das nicht, auch in Anbetracht des vielen Ärgers und des Argwohns, der im Laufe der Zeit gegenüber den großen Versorgern entstanden ist.
Immer wieder hat man betont , dass die Stromkostenerhöhung eine Folge der Energiewende ist, obwohl man schon in der „Volksschule im Sauerland“
erkennen kann , dass die Erhöhungen seit nahezu 30 Jahren über 4 % / Jahr lagen und die Probleme der Energiewende gibt es erst in jüngster Zeit !
( siehe Beitrag 158 „ Die Strompreislüge“ von 25.3.2013 in diesem homebook) .
Auszug daraus :

Aber unstrittig, Probleme haben die Haie jetzt mehr und mehr:
eben gelesen ( 18.8.2013 in der FaS – W.von Petersdorff)

Und weiter heißt es dort : Zitat „In Wahrheit erlebt das Publikum heute Energiekonzerne, deren deutsche Geschäftsmodelle schlicht zerfallen. Eon,der einst größte Konzern mit Sitz in Deutschland, hat in fünf Jahren knapp 70% seines Wertes eingebüßt , RWE in der gleichen Spanne noch mehr“ ,Zitat Ende

Wohl wahr : die Zeiten werden schwieriger für die Haie , aber rechtfertigt das
die Diskriminierung der kleinen Fische, werden nicht alle gebraucht in der schwierigen Umstellung der Energiemärkte, in der gemeinsamen Arbeit an der Energiewende ??

( 1 ) hier anonymisiert wg “ laufendes Verfahren “

Martin Aßmann, 2013-08-19 09:32