(183 ) Seehofer – Ehrenwort , was für ein QUATSCH!

In dem Beitrag 151 „ Diskussion der Parteien , am Kernthema vorbei“ hatte ich
kritisiert, daß es eine Karrieregrundlage für den Erfolg eines Politikers ist, die Fähigkeit zu besitzen, möglichst scharf auf dem politischen Gegner herum zu prügeln,
Dreschflegel statt Fairness und Sachlichkeit,
wer kann’s am besten, das ist unserer Mann!
Scharfmacher werden gebraucht mit „ rhetorischen Erstschlagwaffen“ und es entstehen Diskussionen, die häufig schlicht unwürdig sind!
Versprechungen werden abgegeben ohne Rücksicht auf die Chance, sie zu verwirklichen – Maut , Steuern , Koalitionen, Betreuungsgeld und dergleichen
mehr und jede solcher Versprechungen erschwert das notwendige Finden von Kompromissen – es ist schlicht und einfach deprimierend!
Beispiele?
Hier gibt Horst Seehofer sein Ehrenwort ( Steuern nicht zu erhöhen) ( 1)
CDU unter Betrugsverdacht“ (Nachdenken über Steuerkompromisse) ( 2)
„Dass Angela Merkel ihr im Wahlkampf gegebenes Versprechen, keine Steuern zu erhöhen, so schnell bricht, ist atemberaubend“(Wolfgang Kubicki)
„ Merkels großer Wahlbetrug“ ( 3)
…und dergleichen mehr…
All das ist systemimmanent und das ist das wirklich schlimm :
Bernhard Bued : „ …der schlechte Stil unserer Politiker wirkt ansteckend.
Auf Dauer wird er unsere demokratischen Grundlagen aushöhlen“ ( 4)

Wie kann man sein Ehrenwort geben für etwas, was man letztlich nicht allein in der Hand hat ?? Der Seehofer hat die absolute Mehrheit in Bayern, aber nicht im Bund –
er kann sein Ehrenwort geben , dass er sich bemüht, Steuererhöhungen zu vermeiden – nicht mehr und nicht weniger !
Schlagzeile in dem heutigen Spiegel ( 30.9.2013)

Da krabbeln sie nun, unsere Polit-Profis, in der Sackgasse !….

Gleichzeitig wird, wie gerade jetzt bei der Bundestagswahl, gemahnt, an der Wahl teilzunehmen : Wahlrecht ist Wahlpflicht! Merkt man denn nicht, dass solch politischer Alltag zum Verdruss bei dem Wähler führt und dass solcher Verdruss
immer häufiger zu dem – natürlich falschen – Entschluss führt, nicht zu wählen.

Deutlich wird das Stimmungsbild doch, wenn man in den vielen Statistiken
vor ( Prognose) und nach den Wahlen ( Ergebnis) nicht nur die Zahlen der
beteiligten Parteien darstellt, sondern die Zahlen der Nichtwähler einbezieht!

In dem angesprochenen Beitrag 151 zu der Wahl des niedersächsischen Landtages
Im Januar 2013 hatte ich das dargestellt : ( prozent der Wahlberechtigten)

Ich fühle mich bestätigt in diesem Vorgehen durch die Aussage von
Frau Professor Gertrud Höhler im Spiegel 38 / 2013, Zitat :

Ganz so schlimm ist es nicht geworden, aber das Ergebnis ist schlimm genug :
(Wahlbeteiligung 71,5 % ;folgendes Diagramm : Anteil an Wahlberechtigten)

Es ist schon notwendig, sich die Entwicklung der Wahlbeteiligung über längeren Zeitraum zu betrachten :

Von 1972 von ca 8,9 % auf ca 28,5 % : das ist nicht Faulheit oder Bequemlichkeit sondern VERDRUSS..
Und in talk – Shows wird ohne Ende diskutiert über die Ergebnisse der Parteien
und über 4,8 % oder 8,4,% oder 4,7 % , oder, oder, aber nicht über die
zweitstärkste „Kraft“, die Nichtwähler und deren Protagonisten (Spiegel 16.9.2013

Ja, sie haben schuld, aber die Vorlagen liefern ihnen unsere Politik – Profis
(1) BILD am Sonttag,29.9.2013
(2) BZ,28.9.2013
(3) BZ,28.9.2013
(4) Spiegel 25.9.2013

Martin Aßmann, 2013-09-30 10:00