( 189 ) CO 2 Reduzierung alleiniger Maßstab? Das ist falsche Weichenstellung!

In früheren Beiträgen (157 ; 134 ; 36 ) war darauf verwiesen, was für unsinnige Schlüsse gezogen werden und was für unsinnige Kritik entsteht,
wenn eine Grundvoraussetzung falsch gesehen wird :
Ist z.B. die Entscheidung für Photovoltaik eine Entscheidung für eine
CO 2 Reduzierung oder eine Entscheidung für den Ressourcenschutz
(Strom aus der Sonne ), da sollte man schon korrekt sein!

Man kann die gesamte Photovoltaik kaputtreden und lächerlich machen,
wenn man die CO 2 – Vermeidungskosten in den Vordergrund stellt!
Oder man kann sich freuen über den Strom aus der Sonne :
jede Kilowattstunde, die hier gewonnen wird, wird nicht wertvolle Ressourcen zerstören….

Warum dieser Beitrag ?
Ganz aktuell : in der Braunschweiger Zeitung vom 16. November 2013 spricht die Zeitung mit dem Volkswirtschaftler Prof. Roland Menges von der TU Clausthal
und mit dem Fachmann für Energiemanagement und Gastechnik Prof. Jürgen Kuck
von der Ostfalia – Hochschule über die Energiewende und da kann man erstaunliche Aussagen lesen :
Zitate :

Menges :
„…wenn wir es streng betrachten, ist der ökologische Effekt der Ökostromförderung gleich null. Warum ?
Weil unter dem Einfluss des Emissionshandels keine zusätzlichen Klimaschutz – Effekte in den von dieser Regelung betroffenen Sektoren möglich sind“
Kuck :
“Auch Stromsparen spart kein CO 2 mehr, jedenfalls nicht kurzfristig.
Früher konnte man sagen: Mach das Licht aus, damit sparen wir CO 2.
Seit 2005, seit es den Emissionshandel im Stromsektor und in einigen anderen Bereichen gibt, stimmt das nicht mehr“

„Und es bleibt richtig, Energie zu sparen bei der Heizung und beim Auto fahren,
das verringert nach wie vor unmittelbar auch CO 2 – Emissionen“

So weit, so gut ( ? ) , aber nun etwas zum Staunen :

„Man kann auch selbst CO 2 kaufen….Sie gehen auf die Internetseite
( „The Compensators“ ) und kaufen für zur Zeit 5,40 EURO
pro Tonne CO 2 vom Markt. Dort bewirken Sie mit der gleichen Menge
Geld viel mehr, als wenn Sie ihr Haus dämmen oder ein sparsameres Auto kaufen.
Ich habe gerade 10 Tonnen gekauft, für 54,50 Euro

Damit lebe ich eine ganzes Jahr ohne CO 2 – Emission“ (!!!)

Zitat Ende , das erinnert an Ablasshandel !

Die Anhänger dieser Idee wollen nach eigener Aussage die Anzahl der Emissionszertifikate so verknappen, dass es weniger Zertifikate gibt,
als CO 2 ausgestoßen wurde – ( dem Markt der Emissionszertifikate entziehen ).

Es gibt in diesem Markt in Deutschland 499 Millionen Zertifikate ( 2005 )
davon wurden bisher nach Aussage der genannten Initiative 35 gelöscht.
http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/352463/Kampf-den-Killern

Symphatisch und lieb , aber es erinnert an Goethes
„Knaben, der mit einer Muschel das Meer zu messen, sich vermaß“ –

Ich verwende solches Geld lieber,
„ein Haus zu dämmen oder ein sparsameres Auto zu kaufen“ –
da reduziere ich den CO 2 Verbrauch unmittelbar !
Solche Einsparung erscheint mir richtiger als eine Einsparung
über den Umweg in Spekulationsabhängigkeiten…

Zum Beispiel hier die Veränderung der „Marktpreise“ für Zertifikate
( aus Beitrag 72 : Emissionshandel Wunsch und Wirklichkeit)

Ganz offenbar führt eine Betrachtungsweise , die über den fragwürdigen Emissionshandel geführt wird, zu falschen Ergebnissen
( „ Stromsparen spart kein CO 2 mehr , Reduzierung der Menge der Zertifikate wichtiger als die Dämmung des Hauses oder das sparsamere Auto etc „).

Und eine ausschließliche Orientierung am CO 2 und dem 2 grad-Ziel erscheint
ebenso fragwürdig , wenn man die kritischen Stimmen von Klimaforschern zu den Ergebnissen des IPCC betrachtet
(aus dem Beitrag 163 nochmals die Kurve , die man so oder so extrapolieren kann…)

Laßt uns dämmen und sparen und an die Ressourcen denken …..

Martin Aßmann, 2013-11-20 11:10