( 193 ) Gedanken zum Emissionshandel

1.
Zitat aus wikepedia :

2.
Dort steht es : Ausgenommen sind Privathaushalte und so fühlte ich mich in meinen Arbeiten frei von diesem nach meiner Einschätzung misslungenen Versuch, Emissionen über den Handel zu steuern.

3.
Misslungener Versuch ? Womit begründe ich diese Skepsis ?

Claudia Kemfert schreibt in ( 1 ) :
„Der Handel mit Emissionen, das Bezahlen der Treibhausgase, ist kein
Marketing-Gag klimaschädlicher Industrien, sondern von höchster Instanz politisch beschlossen worden – nämlich im Dezember 1997 auf der Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen in Kyoto….
…Eines der wichtigsten Punkte des sogenannten Kyoto – Protokolls war die Verankerung des „Emissionshandels“ als Instrument zur Senkung der
CO 2 – Emissionen …
…Schöner Nebeneffekt: Emissionsrechte werden eine Ware, mit der man sogar Geld verdienen kann. Denn wer Emissionen reduziert, kann die ersparten Rechte an andere verkaufen. Klimaschützer profitieren also doppelt:
sie sparen Emissionskosten und machen Handelsgewinne.“ Zitat Ende…
Fünf Jahre später schreibt Claudia Kemfert in( 2 ) in einem Kapitel
„ Der gescheiterte Emissionsrechtehandel „
…die Theorie sieht vor, dass für den Ausstoß von CO 2 Rechte gekauft werden müssen, die sogenannten Emissionsrechte. Wer viele solcher Rechte in Form von Zertifikaten besitzt, seinen Schadstoffausstoß jedoch reduziert, kann überschüssige Zertifikate verkaufen und so nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch Gewinn
machen…
…Der Emissionsrechtehandel ist das mit Abstand für Lobbyismus anfälligste Marktinstrument….
..Der 2005 in der EU eingeführte Emissionsrechtehandel könnte die richtigen Anreize setzen, wenn die CO 2 Preise über 25 EURO / Tonne liegen würden…
…zuletzt fiel der Preis auf unter 7 EURO pro Tonne und erreichte damit einen neuen Tiefpunkt. Dafür gibt es zahlreiche Gründe. Zu Beginn des Handels wurden viel zu viele Zertifikate von den Staaten kostenlos verteilt…“ ( Zitat Ende )
4.
Vor fast fünf Jahren,in dem Beitrag 72 vom 16.2.09 in diesem homebook schrieb ich :

…“ das führt nun konsequent dazu , dass nicht der Ausstoß in t CO 2 maßgebend ist, sondern der Preis und das wird nun zur Spielwiese auch für Zocker, die gerade die gesamte Weltwirtschaft an den Rand einer Weltkrise gebracht haben…“

5
wikepedia : ..“gilt nicht für Privathaushalte” (? ) So sieht die Aufteilung aus :

6.
In dem Beitrag 189 in diesem homebook verwies ich auf die für mich zunächst unverständliche Äußerung von Prof. Dr. Kuck von der Ostfalia Hochschule zum Stromsparen:
„ Macht das Licht aus, damit sparen wir CO 2. Seit 2005, seit es den Emissionshandel im Stromsektor und in einigen anderen Bereichen gibt,
stimmt das nicht mehr“.
Ich hatte ein gutes und konstruktives Gespräch mit Herrn Prof. Dr. Kuck und er verwies mich auf meinen Irrtum : den Strom bekommen die Privathaushalte in aller Regel von den zuvor erwähnten
“thermischen Kraftwerken mit mehr als 20 MW Leistung „ ( wikepedia)
und die sind voll im Emissionshandel und nun entsteht eine Perversion :
…es werden durch private Anstrengungen Zertikate freigesetzt , die dann an anderer Stelle verbraucht werden…

7.
Es beruhigt vielleicht , wenn man weiß, dass diese Anteile gering sind,
aber allein die Aussage ..“spart kein CO 2„ ist schädlich…

8.
Es beruhigt dagegen aber ganz sicher, dass man im „eigenen Haus“
nachweislich und unstrittig durch Sanierung und Umstellung von Öl auf Hackschnitzel ca 100 t CO 2 Minderung jährlich erreicht hat – ohne Emissionshandel!
Beispiel :
In den Bürogebäuden der ASSMANN BERATEN + PLANEN in Braunschweig in der Nordstr. wurde im Jahre 2005 der Ölkessel im Hauptgebäude durch eine Hackschnitzelanlage ersetzt ( Austausch von Öl gegen Hackschnitzel ) ,
gleichzeitig eine Nahwärmeleitung vom Hauptgebäude zum Vorderhaus
( bis dahin ausschließlich Gasheizung) verlegt, und in gleicher Zeitspanne eine energetische Gebäudesanierung dieses Hauses vollzogen.

Die Einsparung von CO 2 betrug in diesem Zeitraum ca 100 t CO 2 jährlich und diese Einsparung ist physikalisch erreicht und ist Fakt und das ist völlig unabhängig von Erfolg oder Misserfolg des Handels mit Emissionsrechten, die von Industrie und Großemittenten durchgeführt wird .

( 1 ) Claudia Kemfert „Die andere Klimazukunft“
( 2 ) Claudia Kemfert „Kampf um Strom“

Martin Aßmann, 2013-12-18 10:09