( 194 ) Heizungskosten : ein Knaller zum Jahreswechsel:

Knaller: die Braunschweiger Zeitung vom 27.12.2013 verweist mit dieser Überschrift auf eine aktuelle Studie des Hamburger Forschungsbüros Energycomment ;
ein Ausschnitt daraus :

„Der beste Weg sei die Reduzierung des Heizbedarfes durch eine beschleunigte Sanierung des Gebäudebestandes. Zugleich sollte der Austausch alter Ölheizungen mit Fördermitteln und gesetzlichen Auflagen noch weiter forciert werden“

Richtig, und gut das zu lesen, denn man hatte man ja einiges zu verkraften im Rückblick :

1. Schlagzeilen aus DIE WELT vom 30.3.2013 :
Die große Lüge von der Wärmedämmung.
Die Kosten der Sanierung übersteigen die Einsparungen deutlich

2. Schlagzeilen aus DIE WELT vom 9.10.2012:
Wärmedämmung treibt die Heizkosten in die Höhe

Beide Schlagzeilen sind QUATSCH und unverantwortlich in ihrer Außenwirkung;
sie sind kommentiert in den Beiträgen 146 und 184 in diesem homebook
3. Die grundlegende Arbeit „Energetische Gebäudesanierung in Deutschland“ die von Fraunhofer IBP , Forschungscenter Betriebliche Immobilienwirtschaft FBI , Institut Wärme und Öltechnik Iwo verfasst wurde, liefert mit einer falschen Aussage der Presse Munition :

3.1 im summery: heißt es : „Die durchschnittlichen Kosten des Wohnens werden durch die energetische Gebäudesanierung deutlich steigen“;
Das stimmt nicht : in den „Kosten des Wohnens“ dieser Studie sind nur die kalten Betriebskosten erfasst und nicht die laufenden Heizkosten;
durch die energetische Sanierung werden gerade diese Kosten für den Mieter deutlich reduziert.

3.2 Die Studie legt eine Steigerung der Heizkosten von 1,43 % / anno zugrunde und bezieht sich auf
„Energieszenarien für ein Energiekonzept der Bundesregierung“
Das stimmt nicht :die wirklichen Steigerungen liegen zwischen 4 und 10 % / anno,
(siehe zuletzt Beitrag 188 Faktencheck aus Hart aber fair)
Wohl wahr : wenn nichts getan wurde und nicht saniert wurde, kann es teuer werden, und das liegt nicht an kaltem Winter :
In den Heizperioden des Kalenderjahres 2013, das gerade zu Ende geht, haben wir den folgenden Verlauf der Gradtagszahlen
( aktuell: Braunschweig , langfristiges Mittel : Hannover):
( … für 30. + 31. Dezember geschätzt) :

So sehen sie aus , die Gradtagszahlen des Kalenderjahres 2013
und die langfristigen Mittel :

Die Summe der Gradtagszahlen in diesen Heizperioden beträgt
Braunschweig 2013 : 3613
Hannover langfristiges Mittel : 3530
Das ist ein Unterschied von 2,35 % – also am Wetter liegt es nicht !

Nein , es liegt an den Heizkosten, die eben nicht um 1,4% / Jahr steigen,
sondern um 4 – 10 % / Jahr, je nach Lage und jeweiliger Brennstoffe.

Auf diese Probleme bin ich eingegangen in einem Fachaufsatz
Plädoyer für energetische Sanierung
der in Kürze in erscheinen wird – es wird berichtet werden.

Zum Abschluss des Jahres 2013 allen Lesern und Gesprächsteilnehmern
ein Gutes Neues Jahr und uns allen ein Jahr mit möglichst wenig „Knallern“
dieser Art , ganz kriegt man sie nicht weg – dieses ist ein freies Land ….

Martin Aßmann, 2013-12-30 09:26