( 17 ) Steuerverwaltungen/ministerien

Programmierter Frust und Zorn :
Tausendfach zu erleben im Alltag in diesem unserem Lande :
Projektbesprechungen , Gesellschafterversammlungen , Vorstandssitzungen , was auch immer , ganztägig , mittags unterbrochen durch ein Essen , eben das typische Arbeitsessen und dann : Eile , Termin , schnell bitte den Beleg , Unterschrift und Fortsetzung der Sitzung . Beleg geht zur Buchhaltung und wird „ verarbeitet „ , – alles im grünen Bereich !
Oder auch nicht : Jahre später kommt ein Prüfer des Finanzamtes , steht auf dem , aus seiner Sicht vielleicht sogar berechtigten Standpunkt , das der Beleg nicht den gesetzlichen Vorschriften entspricht ; Teilnehmer , Zweck der Bewirtung etc , etc :
Was wäre jetzt das Normalste in dieser unserer Arbeitswelt : Bitte um Klärung dieses oder jenes Sachverhaltes ;
Oh nein , das geht nicht : § 4.10(5-9) ( ESTG ):
„ Sind die Angaben lückenhaft , so können die Aufwendungen auch dann nicht abgezogen werden , wenn der Stpfl. ihre Höhe und betriebliche Veranlassung in anderer Weise nachweist oder glaubhaft macht „
( BFH vom 30..1.1986 – BStBl.II S 488 )
Das ist ein Skandal , das zerstört jede normale und vernünftige Zusammenarbeit zwischen leistender Wirtschaft und prüfender Verwaltung mit allen weiteren , nachhaltigen Konsequenzen des Unverständnisses für die jeweils andere Seite.
Korrekturen durch juristische Vorgehensweise ? Jeder Anwalt rät ab : der Aufwand , der Ärger, die Kosten stehen im keinem Verhältnis zu möglichen Streitwerten .
Das aber ist leider symptomatisch : es gibt so viele unfaire und nicht angemessene Vorgehensweisen , bei denen jeglicher (berechtigter ) Widerstand aufwändiger und teurer ist als die Sache und also bleibt alles beim Alten und der Frust und Zorn ist programmiert mit allen weiteren Auswirkungen auf Motivation und Loyalität – Michael Kohlhaas lässt grüßen , aber keine Sorge – zum Brandschatzen wird es nicht kommen .

Martin Aßmann, 2006-06-29 10:34