( 22 ) Geschichte aus dem Leben, ganz persönliche Impression ...

Westpreussen 1945

.... die Pferde dampfen, Menschen stampfen müd,
so müde neben hochbepackten, schweren,
knarrenden Karren. Rot am Himmel glüht
der Widerschein von Bränden. Und mit leeren,

glanzlosen Augen starren sie zurück.
Dort brennt die Heimat, die sie barg und wiegte
brennt ihre Habe! Dort vergeht ihr Glück!
Sie ziehen weiter, von der Not besiegte …

...... Schnaubend ziehn die Pferde
dem Nichts entgegen, von der Heimat fort.
Kalt unter Wolken, fühllos kreist die Erde.

Sie ziehen weiter. Keiner spricht ein Wort.
(„Flucht” Dr.H.Aßmann)

Poznan 2005

Sechzig Jahre später, im Sommer 2005, kommt Martin Aßmann, Sohn des Verfassers dieses Gedichtes, einer, der auch „weitergezogen war, dem Nichts entgegen, von der Heimat fort ..“ mit dem Bürgermeister seines Heimatstädtchens zusammen
und spricht über Projekte, die ASSMANN BERATEN + PLANEN POLSKA eben dort plant. In Kürze wird gebaut, fast direkt neben dem abgebrannten Elternhaus, wo Martin Aßmann mit Geschwistern aufgewachsen war , Kindersoldat wurde und gerade noch flüchten konnte , und nun wird ein Team von deutschen und polnischen Architekten und Ingenieuren und Bauleuten bauen und so ein Zeichen für eine neue Zukunft setzen!
Was sagte der Bürgermeister bei dieser Gelegenheit?
Sie und ich werden Brückenbauer sein und wir bauen eine Brücke von Polen nach Deutschland, und all das ohne Grenzen und mitten in Europa.
Sechzig Jahre hat es gedauert und jetzt kann man gemeinsam „weiterziehen”, kann miteinander sprechen und unabhängig von Sprache und Nationalität
„leben und schaffen und Mensch unter Menschen sein”.
(„Gestalten des Lebens”, Dr.H.Aßmann)

Martin Aßmann, 2006-09-28 16:22