( 25 )Tractat zu den Gedanken über Gleichheit

Am Rande der nicht endenden Diskussion über die Gesundheitsreform kann man plötzlich Erstaunliches hören : das geht doch nicht , dass Privatpatienten möglicherweise mit Medikamenten behandelt werden , die besonders teuer sind , mit Medikamenten , die ein Kassenpatient von seiner Pflichtkasse nicht zugestanden bekommt – das geht doch nicht ! Soll etwa der Geldbeutel darüber entscheiden , wie hoch die Lebenserwartung ist ?

Soll etwa der Arzt den Privatpatienten schneller und besser behandeln als den Kassenpatienten , soll es etwa eine Zwei – oder Mehrklassenmedizin geben ?

Wagt es hier jemand , den so sehr verständlichen und liebenswerten Wunsch nach Gleichheit auch nur infrage zu stellen ???

Ganz emotionslos müssen wir doch feststellen, daß wir natürlich den Mehrklassenalltag, den Mehrklassenurlaub, die Mehrklassenhobbies, das Mehrklassenwohnen, die Mehrklassenarbeit – und leistung und eben auch die Mehrklassen – Alterversorgung haben und das ist doch ein Spiegelbild unserer Gesellschaft : es gibt doch nur wieder , daß wir Menschen so verschieden sind und daß wir Menschen ganz unterschiedliche Wege gehen wortwörtlich von der Wiege bis zur Bahre…
Natürlich haben wir einfache Hotels garni und 3 – oder 4 – oder 5 Sterne Hotels und dennoch gibt es Menschen , die den Campingplatz lieben oder die unbedingt wellness im Hotel 5 – Sterne – PLUS in Anspruch nehmen wollen .
So setzt jeder andere Prioritäten und der eine setzt auf besonders schönen Urlaub und der andere möchte die sichere und gute Altersvorsorge .
Muss man jetzt schon daran erinnern , daß der über vierzig Jahre andauernde Modellversuch in unseren Landen , Gleichheit zu erzwingen ( die in Wirklichkeit natürlich auch nicht ehrlich war – alle sind gleich , aber einige sind gleicher als die Anderen ) schrecklich gescheitert ist und ein ganzes Land verwüstet hat ….

Richtig ist das Bemühen um Grundversorgung für jeden Menschen gerade auch im Alter oder bei Krankheit und Not – falsch aber ist es, sie zum alleinigen Zwang zu machen .

Johann Wolfgang von Goethe war bekannt dafür, dass er gerne und gar nicht so wenig Wein getrunken hat und dann kann man lesen aus einem Gespräch zwischen Goethe und Eckermann über die Frage , ob es gut oder weniger gut ist , so häufig Wein zu trinken und Goethe resümiert kurz und trocken:„was dem Einen nutzet, schadet dem Anderen„
oh ja , so ist es bei uns ungleichen Menschen !

Martin Aßmann, 2006-11-13 21:04  

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