( 102 ) Sonne über Delmenhorst

Ein Blick zurück: Am 15.1.2001 zitierte das Delmenhorster Kreisblatt anlässlich des Starts der Photovoltaikanlage auf dem Dach des Technologiezentrums Prof. Dr Mevenkamp von der Hochschule Bremen: „..die Anlage ist besonders bemerkenswert, weil drei unterschiedliche Techniken genutzt wurden. So wurden Leistungsvergleiche und wissenschaftliche Auswertungen ermöglicht“
(Projekt Meßwerterfassung und online-Visualisierung)
Das Delmenhorster Projekt (siehe auch EWE Zeitung März 2002) stand dann von Beginn stark im Blickpunkt der weiteren Solarentwicklungen; das maßgebliche Fachblatt „Photon“ veröffentlichte im Heft 12/2002 einen Artikel unter der Überschrift „Die Testsieger sind: Dünnschicht-Module“
Das rief natürlich Diskussionen mit der Industrie hervor und Rede und Gegenrede, auf die hier im Detail nicht eingegangen werden soll.
Aber die Arbeiten von dem Team von Prof Mevenkamp (Solarinitiative Bremen) sind bemerkenswert; auch heute kann täglich der Vergleich unterschiedlicher Modulbauarten abgerufen werden: eine Fundgrube für Spezialisten.

Später wurde dann ergänzend eine web–com Anlage installiert,
(siehe folgendes Bild vom 17.4.2010, 15 UHR)

(hier mit den Momentwerten Solarstrahlung 942 W/qm, Anlagenleistung 20,83 kW)
Nun wurde auch für die Anlage auf dem Dach der Schule Holbeinstr.
(Daten dieses Daches:
Modultyp . 3 x SMA SMC 6000, Ausrichtung der Anlage 106°, Neigung 30°)
von meteocontrol ein System eingerichtet, das eine kontinuierliche Beobachtung der relevanten Daten dieses Daches ermöglicht.

(Mitarbeit bei Planung und Visualisierung Dipl.Ing. Ullrich Weitz,c/o TWZ)

Der Verlauf der Energieerträge kann nun syncron und kontinuierlich beobachtet und verwendet werden. Das wird hier beispielhaft bei der Anlage Holbeinstr. an einem schönen Tag mit etwa 10 Sonnenstunden dargestellt ( 19.4.2010)

1.) etwa 10 Uhr 45: erreichte Leistung 4,4 kWh entsprechend 0,2 kWh/kWp

2.) etwa 11 UHR 30, erreichte Leistung 19,8 kWh entsprechend 1,0 kWh/kWp

3.) etwa 14 UHR 30, erreichte Leistung 57,5 kWh entsprechend 2,9 kWh/kWp

4.) etwa 17 Uhr 45, erreichte Leistung 100,1 kWh entsprechend 5,1 kWh/kWp

... ein paar Wolken dazwischen…..
Ein Vergleich der Anlagen TWZ und Holbeinstr. an eben diesem „Sonnen-Arbeitstag“

Anlage auf dem Technologiezentrum

Tagesleistung: 162 kWh entsprechend 4,38 kWh / kWp

Anlage Holbeinstr

Tagesleistung: 106,6 kWh entsprechend 5,44 kWh / kWp

Leider symptomatisch:
Die Anlage auf dem TWZ hat an diesem Tage (4,38 gegenüber 5,44) und insgesamt
auch über Langfristmessungen eine fast 20% geringere Leistung als die anderen vom TWZ betriebenen Anlagen: geringere Qualität der Module im Jahr 2001 gegenüber den späteren Produkten – learning by doing!

Alle Anlagen, auch die der Schule in der Königsbergerstr (dort noch nicht syncron), werden kontinuierlich überwacht und ausgewertet.
Diese Kontinuität ist erforderlich, um eventuelle Störungen sofort zu erkennen und zu beseitigen.
Ein Bericht über die unterschiedlichen Ergebnisse der einzelnen Modularten bei dem TWZ wird in einem späteren Beitrag dargestellt:

Insgesamt wurden von den vom TWZ errichteten und betreuten Anlagen
etwa 427 000 kWh Strom gewonnen.
Natürlich, auch CO 2 Ausstoß wurde gemindert ( ca 260 t ), aber das geschieht sozusagen „ by the way „ – das entscheidende ist, dass diese Kilowattstunden nicht aus zu Ende gehenden Ressourcen gewonnen werden müssen!
Teure Schritte am Beginn, unstrittig, aber wer darüber meckert und diese ersten Schritte nicht tut, kommt nie an das Ziel.

Es ist schon eine Erfolgsstory – so geht’s, wenn man das mit dem richtigen Team anpacken kann.

Martin Aßmann, 2010-04-21 21:47  

Photovoltaik

Die Energiequellen dieser Erde, in vielen Millionen Jahren gewachsen, gehen dramatisch zu Ende.

Es wird ein Energiemix entstehen aus Solar, Biomasse, Wasser und Wind und die Photovoltaik wird immer nur einen ganz kleinen Teil abdecken können aber jeder Teil ist notwendig – viele Wenig geben ein Viel. (s.auch Visionen)
Die Photovoltaik ist

  • Umweltfreundliche Energietechnologie
  • Technisch eleganteste Art der Stromerzeugung
  • Völlig emissionsfreier Betrieb, der die Umwelt schont
  • Nutzt die Sonnenenergie und schont endliche Ressourcen
  • Stromerzeugung am Ort des Bedarfes
  • Einzige Technik zur solaren Stromerzeugung im urbanen Bereich
  • Amortisiert sich energetisch wirklich

Sicher, der aussergewöhnliche Anstieg von Photovoltaikinvestitionen ist auf günstige Finanzierungbedingungen (KfW) und hohe Einspeisevergütungen, vereinbart in dem EEG, zurückzuführen. Häufig anzutreffende kritische Äusserungen zu dieser Art der witschaftspolitischen Unterstützung sind nicht richtig: es handelt sich nicht um Dauer – sondern um Anschub Subventionierung und ohne einen derartigen Anschub kann es nicht zu Massenfertigungen und damit verbundenen Kostensenkungen kommen. Hier gehen die Kosten runter und bei den konventionellen Energien (siehe aktuell Oel und Gas) gehen sie rauf: es ist nur eine Frage der Zeit, (t = 10 bis 20 Jahre?), bis diese erneuerbaren Energien wirklich wettbewerbsfähig sind.
(s.Photovoltaik im Streit der Meinungen ,Aktuelles,12.10.2007)

Martin Aßmann, 2005-12-14 14:16