( 134 ): Der spinnt , der SPIEGEL

Im Spiegel 3/2012 findet man unter der Überschrift Verblendet wieder einmal einen Totalverriss der Photovoltaik –
eigentlich indiskutabel, aber versuchen wir es doch einmal;.

Überall wird von Nachhaltigkeit ( Zukunft beachten !! ) gesprochen, und hier gibt es Momentaufnahmen, die jetzt schon überholt sind, das ist verantwortungslos !!

Zitate ( 1 ):

„Wie so oft im Winter stellten sämtliche Solarmodule auf einen Schlag die Arbeit ein.. Damit die Lichter nicht ausgehen, muss Deutschland deshalb zur Zeit große Mengen Atomkraft aus Frankreich und Tschechien importieren“….
Und nur wenige Sätze später
…“die Solarpark-Betreiber trugen aber nur drei Prozent zur Stromversorgung bei…“

Erster Kommentar :
ca 3 Prozent , und natürlich im Winterhalbjahr vermutlich weniger als 1% ,
führen also dazu, daß in Deutschland die Lichter ausgehen …(?).- was für ein Unfug !

Zweiter Kommentar :
„große Mengen Atomkraft importieren ?“
Populistischer Quatsch ! :

Summe JAN bis NOV 2010 ca 35 TWh Import und ca 31 TWh Export und bei Wikepedia kann man lesen für 2008: Import ca 40 TWh und Export ca 63 TWh;
In Deutschland beträgt der Stromverbrauch ca 600 TWh :
weiterer Kommentar erübrigt sich hier

Demaskierend auch für die Absichten dieses Artikels der Hinweis auf die Höhe
der CO 2 Vermeidungskosten :

Zitate ( 2 )

„Um eine Tonne CO 2 zu vermeiden, kann man 5 Euro für die Dämmung eines alten Gebäudedaches ausgeben, 20 Euro in ein neues Gaskraftwerk investieren oder
rund 500 Euro in eine Photovoltaikanlage stecken „ .

Man muss es offenbar immer wieder sagen : man baut nicht Photovoltaikanlagen
um CO 2 zu reduzieren, sondern um Strom von der Sonne zu ernten – die Ressourcen gehen zu Ende und es wäre verantwortungslos, immer weiter Gas oder Kohle oder Öl zu verbrennen – in Millionen Jahren gewachsen, in paar hundert Jahren verbrannt ….
( siehe auch Beitrag 38 vom 12.10.2007 in diesem homebook)

Zitate ( 3 ) aus dem Gespräch mit Michael Fuchs über die Fehler der bundesdeutschen Solarförderung

„Die Preise für die Solarzellen sinken viel schneller, als wir bei den Subventionen bislang gekürzt haben“….

„ Es war ein Fehler, dass wir keine Obergrenze für die Förderung von Solaranlagen festgelegt haben“.

Die Preise sinken viel schneller, das ist unstrittig richtig,
( Beiträge 117 und 122 in diesem home-book) , aber das ist gut so und kein „Irrsinn„ wie Michael Fuchs meint, sondern langfristig ( nachhaltig ! ) betrachtet,eben doch ein Erfolg l

Wenn man von vornherein, um solches Risiko zu vermeiden, eine Obergrenze für die Förderung festgelegt hätte, wären viele Anlagen wegen der Unkalkulierbarkeit für den Investor garnicht gebaut worden.

Der enorme und für die Politik überraschende Anstieg des Anteiles von Solarstrom hat zu den deutlich geringeren Kosten geführt und das Ergebnis ist das Erreichen von Kostengleichheit für den Verbraucher – die „ grid parity „ in diesen Jahren.

Aber es ist wahr :alle Stromverbraucher mussten und haben einen Beitrag geleistet bei der gewaltigen Aufgabe der Umstellung auf Erneuerbare Energie und auf den Ausstieg aus der Kernenergie und diese Umstellung führt langfristig dazu , daß hier eine Energie verfügbar wird , deren Kosten sinken im Gegensatz zur konventionellen Energie, die ohne Ende immer teurer wird

In diesem „homebook“ wurde in dem Beitrag 37 vom 16.9.2007 prognostiert, dass die grid parity zwischen 2011 und 2016 erreicht wird und in dem Beitrag 103 vom 25.5.2010 ist auch ein Kommentar der Wirtschaftwoche erwähnt :

Die früher gestellte Prognose, daß die Kostengleichheit für den Verbraucher jetzt erreicht wird, hat sich bestätigt und auf dieser Grundlage ist es nicht unseriös, eine weitere Prognose zu stellen und ich stelle sie unter die Überschrift „ VISION 2025 „ :

Die Kosten für den konventionellen Strom werden weiter steigen
( hier auf der Basis der letzten Jahre angenommen mit 4,3 % / anno) und die Kosten für den Solarstrom
( … hier hat Franz Alt schon recht : „Die Sonne schickt uns keine Rechnung „ )
werden steigen nur mit der üblichen Inflationsrate,
hier angesetzt mit 2% / anno und dann kostet der Strom aus der Steckdose im Jahre 2025 ca 40 ct / kWh und der Solarstrom ca 23 ct / kWh – wetten dass ?....

Martin Aßmann, 2012-01-30 15:14  

( 111 ) Laßt uns zum Mars fliegen

Überraschende Einladung von der Konrad Adenauer Stiftung zu einer Podiumsdiskussion nach Braunschweig in das Haus der Wissenschaft am 15.Oktober 2010

Überraschend, aber lohnend !
Der Bremer Mathematiker Heinz-Otto Pleitgen, der Braunschweiger Physiker Joachim Block und der Raumfahrer Ulf Merbold diskutierten über diese Vision.
Man scheute sich nicht, Helmuth Schmidt zu zitieren:

„ wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen „

Aber dennoch wird über Visionen nachgedacht und dabei wurden Vergleiche angesprochen, die nachdenklich machen :

Kennedy am 25.5.1961 : „ich glaube, dass dieses Land sich dem Ziel widmen sollte, noch vor dem Ende dieses Jahrzehnts einen Menschen auf dem Mond landen zu lassen und ihn wieder sicher zur Erde zurückzubringen. Kein einziges Weltraumprojekt wird in dieser Zeitspanne die Menschheit mehr beeindrucken oder wichtiger für die Erforschung des entfernteren Weltraumes und keines wird so schwierig oder kostspielig zu erreichen sein“
Es wurde Tatsache am 20.7.1969 trotz des schrecklichen Rückschlages im
Apollo – Programm, als am 27.1.1967 drei Astronauten ihr Leben verloren.
Heute alles schwer vorstellbar : Zitat Pleitgen : „ wir haben eine wissenschaftliche Planwirtschaft – da hat es technischer Fortschritt schwer“
Bei jeder Forschung wird nach dem Nutzen, der gesellschaftlichen Relevanz und nach den Risiken gefragt und Block beklagt den Verlust der Horizonte: zu viel Bedenkenträgerei auf unserem schönen Erdball…

Man sucht den Beweis auf Leben im Universum.
Merbold sagt einerseits, der Roboter ist ganz gewiss die bessere Option und für den Menschen sei es langweilig, alle halbe Stunde das Thermometer abzulesen, aber auch : der Mars wird zum Bestandteil des menschlichen Wissens erst dann, wenn der Mensch dort war.
Und Pleitgen erinnert an Risiken wissenschaftlicher Erfahrungen: wie viele Menschen sind verstorben in der Entwicklungsphase der Röntgenstrahlen, wie vielen Menschen ist durch diese medizinische Entwicklung geholfen worden:
Wagnis und Chance, Hoffen und Wagen, Forschen und Erleben…..

Es war schon bemerkenswert, solche Diskussion zu erleben in einer Zeit der Bedenken gegen Alles : man ist wieder einmal gegen Straßen, gegen Bahnhöfe, gegen Flugplätze, man ist gegen Windkraft und gegen Hochspannungsleitungen, man ist gegen Sonne aus der Sahara und man ist gegen die so notwendige Erkundung von Entsorgungsmöglichkeiten radioaktiven Abfalls,
man ist mal wieder gegen Alles …

Wir brauchen sachliche Diskussion zwischen dem Heute und dem Morgen …..

Martin Aßmann, 2010-10-25 10:33